Nach dem verpassten Achtelfinale bei der WM 2026 muss sich Julian Nagelsmann auch Fragen zu seiner Zukunft gefallen lassen. Einen Rücktritt schließt der Bundestrainer aber kategorisch aus. Von seinem Kapitän erhält der 38-Jährige Rückendeckung.

Allzu viele Gedanken sind Julian Nagelsmann in den Sekunden direkt nach dem Schlusspfiff nicht durch den Kopf gegangen. Stattdessen saß der Bundestrainer mit hängendem Kopf auf der Trainerbank und versuchte das soeben erlebte WM-Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay zu verarbeiten.
Wenig später sprach Nagelsmann von einer “extrem großen” Enttäuschung – und musste sich auch Fragen zu seiner eigenen Zukunft stellen. In Anbetracht des frühen Ausscheidens wird sich auch Nagelsmann hinterfragen müssen.
Der 38-Jährige schloss direkt nach dem Aus gegen Paraguay einen Rücktritt allerdings aus. Gedanken über seine Zukunft habe er sich noch keine gemacht, erklärte Nagelsmann bei MagentaTV, “das habe ich nicht in der eigenen Hand”. Der Bundestrainer stellte aber gleichzeitig klar: Er selbst sieht seine Zukunft weiterhin beim DFB.
Nagelsmann “möchte weitermachen”
“Ich möchte weitermachen. Ich stehe bereit”, machte Nagelsmann keinen Hehl aus seinen Absichten. “Wenn der DFB das möchte, bereite ich sehr gerne die EM und die Nations League vor. Wenn sie es nicht möchten, dann müssen sie es mir sagen.”
“Sie”, das sind in diesem Fall der Verband und Sportdirektor Rudi Völler. Der 66-Jährige stärkte kurz nach dem Spiel seinem Trainer den Rücken, Nagelsmann sei “wahrscheinlich der Richtige”.
WM-Aus des DFB-Teams
Dessen Vertrag läuft noch bis nach der EM 2028, im ZDF ergänzte der ehemalige Hoffenheim-, Leipzig- und Bayern-Trainer: “Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen.” Nagelsmann hatte das Amt des Bundestrainers im September 2023 übernommen, damals als “Wunschlösung” von Völler.
Kimmich stellt sich hinter Nagelsmann
In bislang 37 Länderspielen holte er mit dem DFB-Team 23 Siege bei sechs Unentschieden und acht Niederlagen. Bei der Heim-EM 2024 hatte Nagelsmann die Nationalelf ins Viertelfinale geführt, im darauffolgenden Jahr in der Nations League bis ins Final Four.
In eben jener Nations League stehen ab September die nächsten Aufgaben an. Ob mit oder ohne Nagelsmann an der Seitenlinie scheint nach der Enttäuschung in den USA, Kanada und Mexiko aber zumindest diskussionswürdig.
Immerhin: Auch Joshua Kimmich stellte sich hinter seinen Cheftrainer. “Wir Spieler, die auf dem Platz standen, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter, auch nicht der Gegner”, meinte der Kapitän der Nationalmannschaft. “Das waren einzig und allein wir.” Es dürfe sich keiner rausnehmen, “wir alle tragen die Verantwortung” für das frühe WM-Aus, so Kimmich.
pja
