Der lange Weg zur Süßsteuer

Deutschlands Kampf gegen Übergewicht läuft seit Jahren auf Sparflamme. Immer neue Studien attestieren der Bevölkerung zu hohen Zuckerkonsum, die Folgekosten für das Gesundheitssystem schnellen in Milliardenhöhe. Dennoch scheiterten frühere Vorstöße für eine Zuckersteuer regelmäßig am politischen Widerstand.
Nun aber ist Bewegung in die Sache gekommen: Im Frühjahr verankerte das Kabinett erstmals das Ziel, ab 2027 eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke einzuführen. Öffentlich hieß es, man wolle sich zunächst auf Limonaden konzentrieren, um Produzenten zu Rezepturänderungen zu bewegen – ein Modell, das Großbritannien bereits erfolgreich testet.
Ein internes Papier wirbelt die Koalition auf

Vergangene Woche kursierte plötzlich ein Vermerk aus dem Bundesfinanzministerium, der den Kreis der betroffenen Produkte drastisch erweitert. Darin tauchen neben Cola, Saftmischungen und Energy-Drinks auch Haferdrinks, Eistees und aromatisierte Kaffees auf. Das Papier spricht von gestaffelten Steuersätzen bis zu 38 Cent pro Liter, abhängig vom Zuckergehalt.
Der Vorstoß löste sofort Gegenwehr aus. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) warnte vor „massiven Belastungen“ für Landwirte und Verarbeiter, Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) vermisst die Lenkungswirkung, weil Süßstoff-Getränke gleich mitbesteuert würden. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hält dagegen: Ohne spürbares Preissignal ließen sich die Haushaltslöcher der GKV nicht schließen.
Lobby-Schlacht und öffentliche Empörung

Die überraschende Ausweitung – jetzt auch **Eis** im Visier

Was Verbraucher und Branche jetzt erwartet

