Kein Kanzler wurde je schlechter bewertet: Nur 13 Prozent sind mit Merz zufrieden – die AfD führt die Umfragen weiter deutlich an.
Berlin – Der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), bei den geplanten Reformen zu liefern, wächst. Die Koalitionsparteien haben im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ erneut leicht an Zustimmung verloren. Die Union liegt in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap bei 22 Prozent (minus 1) und schafft es damit erneut nur auf den zweiten Platz hinter der AfD, die unverändert auf 27 Prozent kommt. Die SPD verliert einen Punkt und steht in der Umfrage bei 12 Prozent. Die Grünen (15 Prozent) und die Linken (11 Prozent) verbessern sich jeweils um einen Punkt. Die FDP würde mit 4 Prozent unverändert den Einzug in den Bundestag verpassen.
Merz-Regierung will mit Reformen punkten – AfD führt aktuelle Umfragen weiter an
Doch mit den am Donnerstag vorgestellten Reformen will die Koalition jetzt bei Bürgerinnen und Bürgern punkten. Der Koalitionsausschuss hat insgesamt 34 Maßnahmen in einem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ beschlossen. Inwiefern sich die angekündigten Maßnahmen in den Umfragewerten niederschlagen, werden die kommenden Umfragen zeigen.
Auch Merz selbst straften die Befragten im „Deutschlandtrend“ ab. Lediglich 13 Prozent sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden – ein Minus von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. In der Geschichte des „Deutschlandtrends“ wurde bisher kein amtierender Kanzler schlechter bewertet, schreibt die Tagesschau. 84 Prozent gaben an, sie seien mit dem Kanzler „weniger“ oder „gar nicht zufrieden“.
ARD-Deutschlandtrend: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
| Partei | Prozent |
|---|---|
| AfD | 27 (+/- 0) |
| CDU/CSU | 22 (-1) |
| Grüne | 15 (+1) |
| SPD | 12 (-1) |
| Linke | 11 (+1) |
| FDP | 4 (+/-0) |
| Andere | 9 (+/-0) |
Auf Platz eins der Politikerzufriedenheits-Skala bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). 52 Prozent gaben an, mit seiner Arbeit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Doch auch Pistorius muss im Vergleich zum Vormonat ein Minus von zwei Prozentpunkten hinnehmen.
Angesichts der jüngsten Hitzewelle in Deutschland und Europa halten der Umfrage zufolge neun von zehn Deutschen zusätzliche Investitionen für nötig, um die Infrastruktur besser auf künftige Hitzeperioden vorzubereiten. Im „Deutschlandtrend“ sprechen sich 89 Prozent dafür aus, mehr Geld in den Hitzeschutz, etwa für Verkehrswege, Schulen und Krankenhäuser, zu investieren. Nur neun Prozent sind dagegen.
