Die Führungsebene der SPD hatte in den vergangenen Monaten absolut keine Gelegenheit ausgelassen, sich auf sämtlichen medialen Kanälen, in emotionalen Talkshows und in hitzigen Bundestagsdebatten als die letzte verlässliche Bastion gegen den politischen Extremismus zu präsentieren. Mit erheblichem Druck, intensiven Kampagnen und internen Machtkämpfen wurde auf dem Parteitag ein Beschluss zum Verbot der AfD förmlich durchgeboxt, ungeachtet aller warnenden Stimmen von Experten, die auf die immensen juristischen Hürden und die unabsehbaren politischen Risiken eines solchen Vorgehens eindringlich hingewiesen hatten. Man wollte der Öffentlichkeit um jeden Preis Handlungsfähigkeit demonstrieren, wohl vor allem deshalb, weil die inhaltliche Überzeugungskraft im Umgang mit den massiven Krisen des Landes längst verloren gegangen schien. Doch heute kam die knallharte, juristische Quittung. Und diese Quittung hat es in sich.
Das Bundesverwaltungsgericht hat den viel diskutierten Verbotsantrag der SPD gegen die AfD in aller erdenklichen Deutlichkeit und mit einer Sprachgewalt abgeschmettert, die selbst erfahrene Justizreporter in Erstaunen versetzte. Die Richter ließen in ihrer Urteilsbegründung absolut kein gutes Haar an dem Vorgehen der SPD-Spitze. In einer Schärfe, die in der Rechtsgeschichte ihresgleichen sucht, urteilte das Gericht, der Antrag der Sozialdemokraten sei in seiner Substanz völlig unbegründet und durch und durch politisch motiviert gewesen. Mehr noch: Die Richter stuften das Vorgehen paradoxerweise selbst als einen potenziellen Angriff auf die freiheitlich demokratische Grundordnung ein. Dies ist eine Ohrfeige von geradezu unvorstellbarem Ausmaß. Wer öffentlichkeitswirksam angetreten war, um die Verfassung vor ihren angeblichen Feinden zu schützen, muss sich nun vom höchsten Gericht bescheinigen lassen, dass er selbst die essenziellen Instrumente des Rechtsstaates auf unzulässige Weise instrumentalisieren wollte. Die Richter sprachen unverblümt von einer offensichtlichen Instrumentalisierung der Justiz. Sie stellten unmissverständlich klar: Ein Parteiverbot ist niemals und unter keinen Umständen als Ersatz für die politische Auseinandersetzung im demokratischen Wettbewerb zu missbrauchen. Die AfD, so das Gericht in eiserner Klarheit, sei eine legal zugelassene, von Millionen Bürgern demokratisch gewählte Partei und genieße als solche den vollen und uneingeschränkten Schutz des bundesdeutschen Parteiengesetzes.

Damit steht unumstößlich fest: Die SPD ist mit ihrer riskanten Wette krachend und auf ganzer Linie gescheitert. Und im Epizentrum dieses gewaltigen politischen Orkans steht ein Mann, dessen politische Zukunft nun an einem sehr dünnen seidenen Faden hängt: Lars Klingbeil. Als einer der vehementesten Fürsprecher und die unbestrittene treibende Kraft hinter diesem grandios gescheiterten Verbotsantrag, muss er sich nun den drängenden, existenziellen Fragen nach seiner Verantwortung stellen. Noch bis zur buchstäblich letzten Minute, kurz vor der Urteilsverkündung, versuchte Klingbeil, das Vorgehen seiner Partei zu rechtfertigen. Er sprach vor laufenden Kameras mit pastoraler Überzeugung von der vermeintlichen Verantwortung für die Demokratie und inszenierte sich einmal mehr als furchtloser Vorkämpfer gegen Rechts. Doch als die Richter ihr vernichtendes Urteil sprachen, wurde der Parteichef auf der offenen Bühne regelrecht demontiert. Das Gerichtsurteil entlarvte seinen Vorstoß als rechtlich unhaltbar, als politisch brandgefährlich und als einen brutalen Schlag ins Gesicht für all jene Bürger, die auf einen funktionierenden, unabhängigen Rechtsstaat setzen.
Die medialen und politischen Reaktionen ließen nach diesem Beben nicht lange auf sich warten. Die auflagenstarke “Bild”-Zeitung brachte die Stimmung im Land treffend und schonungslos auf den Punkt und titelte in gewohnt drastischer Manier von einer “schallenden Ohrfeige für Klingbeil”. Doch die gefährlichsten Angriffe auf den Parteivorsitzenden kommen in diesen Stunden nicht von den hämischen politischen Gegnern oder der kritischen Presse, sondern tief aus dem eigenen Lager. Bei der SPD eskaliert die Situation nun richtig. Die Parteibasis kocht vor Wut. Die einfachen Genossen an der Basis sind schlichtweg fassungslos darüber, wie leichtfertig und unprofessionell die Parteispitze das Ansehen der traditionsreichsten deutschen Partei aufs Spiel gesetzt hat. Der Frust entlädt sich in immer lauter werdenden Forderungen nach unmittelbaren personellen Konsequenzen. In den internen Chats und auf eilig einberufenen Krisensitzungen kursieren Vergleiche, die für einen amtierenden Spitzenpolitiker vernichtender kaum sein könnten. Der in Beobachterkreisen gezogene Vergleich mit Napoleon, der sich im Rausch der eigenen Unfehlbarkeit maßlos überschätzt, auf allen Fronten gleichzeitig blindwütig kämpft und am Ende in einem totalen Fiasko alles verliert, drängt sich auf unheimliche Weise auf und passt tatsächlich erschreckend gut zur aktuellen Lage. Lars Klingbeil hat nicht nur versucht, mit rein juristischen Mitteln unliebsame politische Gegner aus dem Weg zu räumen, er hat nach Ansicht vieler Kritiker die Demokratie durch dieses durchschaubare Manöver vorsätzlich gefährdet. Und wie reagiert der Gestürzte in dieser Stunde der maximalen Niederlage? Er tut so, als wäre eigentlich gar nichts Gravierendes passiert. Er redet gebetsmühlenartig von missverstandenen Absichten, versucht das historische Desaster kleinzureden und weigert sich standhaft, die offensichtliche politische Verantwortung für diese Katastrophe zu übernehmen. Dieses starrsinnige Verhalten wirkt auf viele Beobachter und langjährige Parteimitglieder wie ein absurder, völlig aus der Zeit gefallener Selbstkrönungsakt auf den rauchenden Trümmern einer komplett gescheiterten Strategie.
Während in der Berliner SPD-Zentrale das nackte Entsetzen regiert und Krisenstäbe im Minutentakt tagen, herrscht bei der Alternative für Deutschland logischerweise pure Euphorie. Die AfD nutzte diesen historischen Moment eiskalt und mit professioneller Präzision für sich aus. Sie hat durch dieses Gerichtsurteil den wohl größten und bedeutendsten juristischen Etappensieg ihrer Parteigeschichte errungen, und sie weiß diesen Triumph meisterhaft auf der großen medialen Bühne zu inszenieren. Unmittelbar nach Bekanntwerden der richterlichen Entscheidung trat Fraktions- und Parteichefin Alice Weidel vor die versammelte Hauptstadtpresse. Ihre Haltung war kämpferisch, ihr Tonfall extrem selbstbewusst und entschlossen. Sie sprach in ihrer Erklärung nicht einfach nur von einem juristischen Erfolg in einer Sachfrage, sondern erhob das Urteil zu einem fundamentalen “Sieg der Freiheit über den Machtmissbrauch” des politischen Establishments. Weidel warf der in Bedrängnis geratenen SPD in drastischen Worten vor, mit dem Verbotsantrag nicht nur auf niederträchtige Weise die unbequeme politische Konkurrenz ausschalten zu wollen, sondern dabei auch das tiefe Vertrauen der Bevölkerung in die Unabhängigkeit der deutschen Justiz nachhaltig und mutwillig beschädigt zu haben.
Diese Vorwürfe wiegen in einer Demokratie unfassbar schwer. Das besonders Brisante an der gesamten Situation ist jedoch die Tatsache, dass die detaillierte Begründung des höchsten Gerichts in weiten Teilen exakt die Narrative und Argumentationen stützt, welche die AfD seit Monaten beharrlich betont. Das Gericht urteilte, der Antrag sei faktisch ein Missbrauch verfassungsrechtlicher Instrumente zu rein parteipolitischen Zwecken gewesen. Übersetzt in die klare Sprache der Wähler heißt das: Die SPD wollte ein hehres demokratisches Instrument in eine schmutzige politische Waffe umwandeln, um ihre eigene Macht zu sichern, und ist damit vor den wachsamen Augen der Justiz krachend gescheitert. Die Sozialdemokraten haben der AfD damit frei Haus ein Argumentationsarsenal geliefert, das diese genüsslich und mit maximaler Durchschlagskraft im anstehenden Wahlkampf einsetzen wird. Auch andere prominente Abgeordnete und Vertreter der AfD, wie etwa Martin Hess oder Stefan Brandner, hielten sich in ihren Reaktionen derweil absolut nicht zurück. Sie sparten nicht mit beißender Kritik, forderten lauthals eine öffentliche und unmissverständliche Entschuldigung der gesamten SPD-Führung und pochten auf drastische politische Konsequenzen. Es ist die ultimative, bittere Ironie dieser ganzen Geschichte: Der politische Gegner, den die SPD-Führung mit aller juristischen Macht mundtot machen und endgültig von der politischen Bühne fegen wollte, steht nach diesem Tag gestärkt, mächtiger und unangreifbarer da als jemals zuvor. Anstatt die AfD nachhaltig zu schwächen, hat die SPD ihr auf dem Silbertablett den ultimativen Beweis für ihre immer wieder geäußerte Opferrolle geliefert.

Doch der wahre, brandgefährliche Sprengstoff für die deutsche Sozialdemokratie liegt in der massiven innerparteilichen Eruption, die dieses Urteil unausweichlich ausgelöst hat. Die Kritik aus den eigenen Reihen ist derart toxisch, umfassend und vernichtend, dass sie das historische Fundament der Partei ins Wanken bringt. Das Vertrauen in Lars Klingbeil liegt auch bei seinen engsten Weggefährten buchstäblich in Trümmern. Dass während der Urteilsverkündung das Gericht der AfD in nahezu allen wesentlichen Punkten Recht gab, bringt das Fass bei vielen Genossen endgültig zum Überlaufen. Die parteiinterne Empörung wächst von Stunde zu Stunde, und der laute Ruf nach Klingbeils sofortigem Rücktritt ist nicht mehr zu überhören. Selbst aus den loyalsten Reihen der Nachwuchsorganisation, den Jusos, hagelt es offene und vernichtende Kritik. Der Juso-Vize Fabian Wellis trat an die Öffentlichkeit und wählte Worte, die in ihrer gnadenlosen Schärfe ein politisches Erdbeben auslösten. Er sprach völlig unverblümt von einem “SPD-Parteibuch der Schande”. Man muss sich die Dimension dieser Aussage auf der Zunge zergehen lassen: Ein Satz, der in jedem anderen zeitlichen oder politischen Zusammenhang unweigerlich als Parteiaustritt oder zumindest als zwingender Grund für ein hartes Parteiausschlussverfahren gewertet worden wäre, wird heute als legitimer Ausdruck der absoluten Verzweiflung der Basis toleriert.
Der schwere Vorwurf der jungen Generation an die eigene Spitze lautet, die SPD habe mit diesem dilettantischen Verbotsantrag nicht nur das harte erarbeitete Vertrauen der Bürger leichtfertig verspielt, sondern im Eifer des tagespolitischen Gefechts auch fundamentale sozialdemokratische Grundwerte verraten. Und das alles wegen einer schlecht durchdachten Aktion, die nach Meinung vieler Rechtsexperten von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Erschwerend kommt das Gefühl einer unerträglichen und schamlosen Doppelmoral an der Parteispitze hinzu, die die Basis zur Weißglut treibt. Während man in der jüngeren Vergangenheit Personalien wie Saskia Esken ohne viel Aufhebens opferte, sobald der politische Gegenwind zu stark wurde, klammert sich Klingbeil geradezu obsessiv an seine hoch dotierten Ämter und versucht weiterhin, sich der Öffentlichkeit als unverzichtbarer moralischer Anführer zu verkaufen. Doch die Basis glaubt ihm kein einziges Wort mehr. Viele parteiinterne Beobachter fragen sich mittlerweile völlig offen, wie jemand, der derart fundamental und peinlich mit der unabhängigen Justiz kollidiert ist, überhaupt noch irgendwelche Vizekanzlerambitionen hegen kann. Ein sofortiger Rücktritt von Lars Klingbeil wäre in der jetzigen, extrem verfahrenen Situation nicht nur ein notwendiger Befreiungsschlag für die paralysierte SPD, sondern auch ein längst überfälliges, zwingendes Zeichen politischer Reife und Verantwortungsübernahme.
Und als wäre diese historische juristische und politische Blamage nicht schon tiefgreifend und schädlich genug, versinken große Teile der SPD-Funktionärsebene nun in einem geradezu bizarren und peinlichen Prozess der Schuldumkehr. Anstatt in sich zu gehen, echte Demut zu zeigen und die eklatanten strategischen Fehler schonungslos aufzuarbeiten, wird in den Parteizentralen krampfhaft nach den abstrusesten Ausreden gesucht, um das beispiellose Debakel vor der Öffentlichkeit zu erklären. Einige hochrangige Parteivertreter stellten sich tatsächlich ohne rot zu werden hin und behaupteten ernsthaft, die SPD habe vor Gericht und in der Gunst der Wähler deshalb derart massiv verloren, weil sie sich in den vergangenen Monaten inhaltlich zu sehr an die oppositionelle CDU angepasst habe. Der völlig absurde und geradezu lächerliche Vorwurf lautet, die Sozialdemokraten seien beim hochsensiblen und wahlentscheidenden Thema der Zuwanderung und Asylpolitik viel zu hart aufgetreten. Richtig gelesen: Jetzt, in der Stunde der absoluten juristischen Niederlage bei dem Versuch, eine rechte Partei zu verbieten, wird der eigene politische Untergang allen Ernstes mit einer angeblichen Härte gegen illegale Migration erklärt.
Diese Argumentation ist nicht nur in der Sache krachend falsch, sie zeugt von einer Realitätsverweigerung, die in der modernen Politik ihresgleichen sucht. Jeder Bürger, der die politischen Debatten der letzten Jahre auch nur am Rande verfolgt hat, weiß genau, dass exakt das Gegenteil der Fall ist. Die SPD war es bekanntermaßen, die bei nahezu jeder geplanten Verschärfung im Asylrecht, bei konsequenteren Abschiebungen oder bei der Sicherung der Grenzen stets gebremst, blockiert oder Gesetzesvorhaben in Koalitionsausschüssen so lange weichgespült hat, bis sie völlig wirkungslos waren. Dass man nun angesichts einer derart desaströsen Niederlage von einem vermeintlichen Überbietungswettbewerb mit der CDU spricht, ist blanke Fantasie. Es belegt auf geradezu tragische Weise, wie unendlich weit sich viele Funktionäre in ihrem Berliner Elfenbeinturm mittlerweile von der rauen Wirklichkeit und den Sorgen der normalen Bürger entfernt haben. Diese komplette Entkopplung von der Lebensrealität zeigt sich in der Panik der Funktionäre überdeutlich. Auch hierzu fand die erstarkte AfD natürlich sofort die passende verbale Antwort. In einer Erklärung konterte sie treffsicher: “Wer die Wahrheit über das eigene Versagen nicht erträgt, flüchtet sich eben in groteske Schuldumkehr.” Damit zeigt die SPD der Weltöffentlichkeit schonungslos, dass sie selbst überhaupt nicht mehr weiß, wofür sie als historische Arbeiterpartei eigentlich noch steht. Genau deshalb, so urteilen politische Analysten, hat sie auch vor dem obersten Gericht krachend verloren: Weil es der Parteiführung bei diesem Manöver schon lange nicht mehr um hehre demokratische Prinzipien ging, sondern einzig und allein um den nackten, verzweifelten Machterhalt. Und dieser Machterhalt rückt nach dem heutigen Urteil in eine unerreichbar weite Ferne.

Das spektakuläre Scheitern dieses Verbotsantrags ist weitaus mehr als eine alltägliche Episode im politischen Berlin; es ist ein fundamentales Lehrstück in Sachen wehrhafte Demokratie und politisches Totalversagen. Der Kernvorwurf der SPD an die AfD war es stets, diese sei verfassungsfeindlich, spalte das Land und sei menschenverachtend. Doch nun hat das Gericht unmissverständlich klargestellt: Die AfD ist eine demokratisch legitimierte Partei. Der Versuch der Sozialdemokraten, sie auf dem Gerichtsweg verbieten zu lassen, war ein rein politisches Manöver ohne jegliche rechtliche Substanz. Damit kippt nicht nur die gesamte Wahlkampfstrategie der Kanzlerpartei ins Bodenlose, sondern auch ihre über Jahre gepflegte moralische Überheblichkeit fällt ihr nun in voller Wucht selbst auf die Füße. Die Strategie der SPD offenbart ein zutiefst bedenkliches Demokratieverständnis. Anstatt sich der harten, anstrengenden inhaltlichen Auseinandersetzung mit den echten, drängenden Problemen im Land – von Inflation über Wirtschaftskrise bis hin zur Migration – zu stellen, hat man den feigen Ausweg gesucht. Man hat lieber versucht, die einzige verbliebene echte Oppositionskraft, die den Finger schmerzhaft in die offenen Wunden der gescheiterten Regierungspolitik legt, einfach per Gerichtsbeschluss und Verbotsbeil komplett auszuschalten. Demokratisch geht wirklich anders.
Natürlich kann die Parteiführung nun in ihrer Notlage weiter stur versuchen, dieses epochale Scheitern umzudeuten. Sie kann auf den kommenden Parteitagen noch lauter gegen Rechts hetzen, noch extremere Warnungen aussprechen und sich trotz der richterlichen Ohrfeige weiterhin als die unfehlbare Hüterin der Verfassung aufspielen. Aber dieses durchschaubare Schauspiel wird bei den Wählern nicht mehr funktionieren. Spätestens mit der heutigen Urteilsverkündung ist das künstlich errichtete moralische Kartenhaus der SPD mit ohrenbetäubendem Lärm zusammengebrochen. Das ist nun zum Glück nicht das Problem der ungeliebten Opposition, sondern einzig und allein das massive Problem des Vizekanzler-Aspiranten Lars Klingbeil und seiner schwindenden Anhängerschaft.
Die politischen Implikationen dieses Tages reichen weit über die Grenzen der SPD hinaus. Das wirklich Spannende und zugleich Beunruhigende an der aktuellen Situation ist die fundamentale tektonische Verschiebung innerhalb der politischen Lager in Deutschland. Während die SPD-Spitze in panischer Reaktion auf das Scheitern noch lauter nach einem schärferen, kompromisslosen Linkskurs ruft und sich damit weiter von der bürgerlichen Mitte verabschiedet, zeichnet sich in der Gesamtbevölkerung und bei anderen Parteien längst eine völlig andere Richtung ab. Die Basis der konservativen CDU fordert angesichts der multiplen Krisen vehement einen harten konservativen Neuanfang und eine radikale Abkehr vom weichen Kurs der vergangenen Jahre. Hier stehen sich nun zwei politische Welten gegenüber, die weiter nicht voneinander entfernt sein könnten, die sich ideologisch geradezu abstoßen. Und doch sind es ironischerweise genau diese beiden Lager, die in der theoretischen Arithmetik künftiger Regierungsbildungen möglicherweise wieder dazu verdammt sind, in einer großen Koalition gemeinsam das Land regieren zu wollen. Dass ein solches Bündnis extremer politischer Gegensätze unter den aktuellen, hochtoxischen Vorzeichen nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand. Die Reste der Ampelkoalition taumeln ohnehin ziellos dem Ende entgegen. Wenn aber selbst innerhalb der großen, ehemals stolzen Volksparteien keine Einigkeit über den grundlegenden Kompass mehr herrscht und man sich in juristischen Verbotsfantasien gegen die Opposition verliert, dann ist der vollständige Zusammenbruch alter politischer Gewissheiten nur noch eine Frage der Zeit. Die deutsche Politik steht nach diesem Paukenschlag vor einem Scherbenhaufen, den die SPD mit ihrer Arroganz der Macht selbst zu verantworten hat. Es bleibt die dringende Frage an jeden wachsamen Bürger: Wie bewerten Sie dieses historische Urteil gegen den Versuch der SPD, eine demokratisch gewählte Opposition verbieten zu lassen? Es ist an der Zeit, in den politischen Debatten die Stimme zu erheben und klar zu zeigen, dass sich eine reife Demokratie von solchen durchschaubaren Manövern nicht einschüchtern lässt.
