
Eine neue Tragödie im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt hat Medellín erschüttert. Eine 26-jährige Frau kam ums Leben, nachdem sie mutmaßlich von ihrem Partner erschossen wurde. Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Robledo im Nordwesten der Stadt. Anwohner alarmierten die Behörden, nachdem sie Schüsse und verzweifelte Hilferufe gehört hatten.
Laut vorläufigem Bericht der Polizei des Aburrá-Tals handelt es sich bei dem Opfer um Lina Marcela Gutiérrez, eine junge Mutter und Studentin. Zeugen berichteten, in der Nacht des Vorfalls einen lauten Streit in dem Haus gehört zu haben, das sie mit ihrem Partner bewohnte. Wenige Minuten später alarmierte ein Schuss die Nachbarn, die sofort den Notruf wählten.
Lina Marcela wurde umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte ihren Zustand zunächst stabilisierten. Nach mehreren Tagen auf der Intensivstation, wo sie sich in kritischem Zustand befand, verstarb sie jedoch schließlich an der Schwere ihrer Verletzungen.
Die Polizei bestätigte, dass der mutmaßliche Täter, ein 28-jähriger Mann namens Alejandro C., nach dem Angriff vom Tatort geflohen ist. Er ist flüchtig und wird von den Behörden gesucht, die einen Haftbefehl wegen Femizids gegen ihn erlassen haben.
Die Nachricht hat in den sozialen Medien Empörung und in der Öffentlichkeit scharfe Kritik ausgelöst. Feministinnen und Menschenrechtsorganisationen riefen zu einer Demonstration zu Ehren von Lina Marcela auf und forderten Gerechtigkeit. Sie appellierten zudem dringend an die Regierung, den Schutz gefährdeter Frauen zu verstärken und die Meldewege zu verbessern.
„Wieder einmal wurde eine Frau durch geschlechtsspezifische Gewalt zum Schweigen gebracht. Wir können diese Taten nicht länger normalisieren. Wir fordern Gerechtigkeit, aber auch Prävention, Aufklärung und ein echtes Engagement der Behörden“, sagte Ana María Torres, Sprecherin der Organisation Mujeres Libres (Freie Frauen).
Mit diesem jüngsten Fall steigt die Zahl der Femizide in Kolumbien weiter an. Laut Angaben des Observatoriums für geschlechtsspezifische Gewalt wurden im Jahr 2025 bereits mehr als 40 Frauen im Kontext häuslicher Gewalt ermordet.
Lina Marcelas Familie bat in ihrer Trauerzeit um Respekt und forderte, dass ihr Fall nicht ungesühnt bleibe. „Meine Tochter hatte Träume, Ziele, eine Zukunft. Es darf nicht sein, dass Gewalt so viele junge Leben auslöscht, ohne dass dies Konsequenzen hat“, sagte ihre Mutter unter Tränen.
