Issa Remmo bei Linken-Wahlparty: CDU fordert Aufklärung . hyn

 

Clanchef Issa Remmo feiert offenbar mit der Linken ihren Sieg bei der Berlin-Wahl. Auf der Wahlparty ergreift er das Wort. Die CDU fordert die Aufklärung der Ereignisse.

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 hat nicht nur ein politisches Erdbeben ausgelöst, sondern unmittelbar danach auch eine neue Kontroverse entfacht. Während die Linke ihren deutlichen Wahlsieg feierte, tauchte auf einer Wahlparty des Bezirksverbands Neukölln ein prominenter und umstrittener Gast auf: Issa Remmo, der in Medien häufig als Oberhaupt der Remmo-Großfamilie bezeichnet wird.

Remmo äußerte sich vor Ort positiv über das Wahlergebnis der Linken und nahm auch Stellung zu den in den vergangenen Wochen diskutierten Antisemitismusvorwürfen gegen Teile der Berliner Partei. Die Linke erklärte dagegen, Remmo sei nicht eingeladen gewesen, habe nicht auf einer Gästeliste gestanden und es gebe keinerlei politische oder persönliche Beziehungen zu ihm.

Der Vorgang beschäftigt inzwischen mehrere Parteien. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) forderte eine Aufklärung. Auch die Grünen verlangten Antworten darauf, wie Remmo auf die Veranstaltung gelangen konnte und wie die Linke mit dem Vorfall umgeht.

Ein unerwarteter Gast auf der Wahlparty

Die Linke hatte am Abend des 20. September allen Grund zu feiern. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wurde sie mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Die CDU kam auf 18,8 Prozent, die AfD auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent und die SPD auf 12,1 Prozent. Damit verschoben sich die politischen Kräfteverhältnisse in der Hauptstadt deutlich.

Auf einer Wahlparty des Linken-Bezirksverbands Neukölln erschien jedoch ein Besucher, mit dem die Partei nach eigenen Angaben keinerlei Verbindung unterhält.

Dabei handelte es sich um Issa Remmo.

Nach Angaben der Berliner Linken war Remmo nicht eingeladen. Die Veranstaltung war öffentlich zugänglich, sodass auch Personen ohne Einladung Zutritt erhalten konnten. Jorinde Schulz aus dem Neuköllner Bezirksvorstand erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Remmos Name habe nicht auf der Anmeldeliste gestanden. Die Partei habe von seiner Anwesenheit zunächst nichts gewusst.

Damit ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Remmo war tatsächlich auf der Wahlparty, doch daraus lässt sich nicht automatisch eine offizielle Verbindung zwischen ihm und der Partei ableiten.

Remmo äußert sich zum Wahlsieg

Während seines Aufenthalts sprach Remmo gegenüber Medien über den Wahlerfolg der Linken.

Nach übereinstimmenden Medienberichten erklärte er, er freue sich über den Sieg der Partei und fühle sich in Deutschland erstmals von einer politischen Partei unterstützt. Außerdem widersprach er Vorwürfen, die Berliner Linke sei gegenüber Juden feindlich eingestellt. Er erklärte, er würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.

Diese Aussagen sind seine persönliche politische Einschätzung. Sie stellen keine Erklärung der Berliner Linken dar.

Auch weitere Bemerkungen Remmos sorgten für Aufmerksamkeit. Er stellte die Linke als volksnäher dar als andere politische Parteien und kritisierte unter anderem den Lebensstil anderer Politiker. Seine Äußerungen wurden anschließend in mehreren Medienberichten aufgegriffen.

Die Linke machte jedoch deutlich, dass sie sich diese Aussagen nicht zu eigen macht.

Die Partei distanziert sich

Die Reaktion der Berliner Linken folgte noch am Wahlabend.

Jorinde Schulz erklärte, es gebe weder politische noch persönliche Beziehungen zu Remmo. Seine Anwesenheit bei der öffentlichen Veranstaltung ändere daran nichts. Die Partei habe ihn nicht eingeladen und er habe nicht auf der Gästeliste gestanden.

Auch der Landesgeschäftsführer der Berliner Linken, Bjoern Thielebein, distanzierte sich deutlich von Remmo. Nach Angaben von t-online erklärte er, Personen wie Remmo seien keine Verbündeten der Partei.

Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Elif Eralp, äußerte sich ebenfalls zu dem Vorgang. Nach Angaben des NDR erklärte sie, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und wieder hinausgeschickt worden. Zugleich betonte sie, die Linke habe mit organisierter Kriminalität nichts zu tun und bekämpfe diese.

Damit versucht die Partei, eine politische Interpretation des Besuchs zurückzuweisen.

Warum die CDU Aufklärung fordert

Für die CDU ist der Vorgang dennoch politisch relevant.

Kai Wegner, der bisherige Regierende Bürgermeister Berlins, bezeichnete Remmos Auftauchen auf der Wahlparty als „verstörendes Signal“. Er forderte von einer Partei, die künftig Verantwortung für Berlin übernehmen wolle, eine eindeutige Abgrenzung von Strukturen der organisierten Kriminalität.

Wegners Reaktion muss vor dem Hintergrund der politischen Situation Berlins gesehen werden. Die Linke hat die Wahl gewonnen und könnte damit eine zentrale Rolle bei der Bildung der nächsten Landesregierung spielen.

Deshalb werden Fragen über mögliche Kontakte und den Umgang mit problematischen Gästen von den politischen Konkurrenten besonders aufmerksam verfolgt.

Die CDU fordert dabei nicht nur eine Erklärung darüber, warum Remmo auf der Veranstaltung war. Es geht auch um die Frage, ob Organisatoren ihn kannten, wann sie seine Anwesenheit bemerkten und warum er zunächst an der Veranstaltung teilnehmen konnte.

Auch die Grünen verlangen Klarheit

Nicht nur die CDU reagierte.

Die Berliner Grünen zeigten sich ebenfalls irritiert. Landesvorsitzende Nina Stahr erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Linke müsse klären, was genau bei der Veranstaltung geschehen sei und warum Remmo dort auftauchen konnte. Sie forderte außerdem Gespräche zwischen Landes- und Bezirksverband.

Der Zeitpunkt ist politisch sensibel.

Nach der Wahl beginnen in Berlin die Gespräche über mögliche Koalitionen. Die Linke hat zwar die meisten Stimmen erhalten, benötigt für eine Regierungsbildung aber Partner.

Damit werden nicht nur ihre politischen Positionen zu Mieten, Verkehr, Wirtschaft oder Haushalt diskutiert. Auch der Umgang mit Antisemitismusvorwürfen und die Abgrenzung von extremistischen oder kriminellen Strukturen können bei Koalitionsgesprächen eine Rolle spielen.

Die Antisemitismusdebatte im Hintergrund

Der Besuch Remmos fällt in eine bereits bestehende Debatte über Antisemitismus innerhalb der Berliner Linken.

Vor der Wahl war die Partei mit Vorwürfen konfrontiert worden, dass einzelne Mitglieder oder politische Unterstützer Positionen vertreten hätten, die als antisemitisch kritisiert wurden. Die Partei weist pauschale Vorwürfe zurück und verweist auf ihre eigenen Positionen gegen Antisemitismus.

Remmo nahm auf der Wahlparty selbst Stellung zu dieser Diskussion und verteidigte die Linke gegen entsprechende Vorwürfe. Genau diese Tatsache machte seinen Auftritt politisch besonders auffällig.

Allerdings sollte zwischen der Aussage einer außenstehenden Person und einer offiziellen Parteiposition unterschieden werden.

Dass Remmo die Linke öffentlich verteidigt, bedeutet nicht, dass die Partei seine Position übernommen hat.

Ein weiterer umstrittener Besucher

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Medienberichte über einen weiteren Besucher der Wahlparty.

Der Tagesspiegel berichtete, dass neben Remmo auch Ibrahim Ibrahim bei Veranstaltungen der Linken gesehen worden sei. Das Medium stellte dabei einen Zusammenhang zu einer extremistischen pro-palästinensischen Organisation her.

Wegen der politischen Sensibilität solcher Vorwürfe ist auch hier eine genaue Unterscheidung notwendig. Die Anwesenheit einer Person bei einer öffentlichen Veranstaltung beweist nicht automatisch eine institutionelle Zusammenarbeit mit der Partei.

Für die politische Debatte entscheidend sind deshalb nachprüfbare Kontakte, Einladungen, organisatorische Beziehungen und konkrete Handlungen.

Was bisher als gesichert gilt

Der NDR hat den Vorgang in einem Faktencheck ebenfalls untersucht. Danach steht fest, dass Issa Remmo am Wahlabend tatsächlich bei der Wahlparty des Neuköllner Linken-Kreisverbands anwesend war.

Gleichzeitig bestätigte der Faktencheck, dass Remmo nicht eingeladen gewesen sei und nicht auf der Gästeliste gestanden habe. Die Veranstaltung war öffentlich zugänglich. Die Linke erklärte, sie habe weder politische noch persönliche Beziehungen zu ihm.

Damit ergibt sich ein differenziertes Bild.

Gesichert ist Remmos Anwesenheit.

Gesichert sind auch seine positiven Äußerungen über den Wahlerfolg der Linken.

Ebenfalls dokumentiert ist die klare Distanzierung der Partei.

Nicht belegt ist dagegen, dass die Linke Remmo bewusst eingeladen hätte oder dass sein Besuch auf einer offiziellen politischen Zusammenarbeit beruhte.

Warum die Bilder politisch brisant sind

Trotz dieser Unterscheidungen besitzt der Vorfall eine erhebliche politische Wirkung.

Bilder eines bekannten und umstrittenen Akteurs auf einer Wahlparty einer Partei können einen Eindruck politischer Nähe erzeugen, selbst wenn tatsächlich keine organisatorische Verbindung besteht.

Für die Linke ist deshalb entscheidend, transparent zu erklären, wie es zu dem Besuch kam.

Für die CDU und andere Parteien bietet der Vorgang wiederum Anlass, Fragen nach politischer Verantwortung und der Abgrenzung von organisierter Kriminalität zu stellen.

Die Diskussion dürfte daher über die konkrete Veranstaltung hinausgehen.

Die Linke steht vor einer wichtigen Phase

Der Wahlsieg der Linken hat die politische Landschaft Berlins verändert. Mit 25,7 Prozent wurde sie erstmals stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus. Elif Eralp steht damit vor der Möglichkeit, die nächste Landesregierung anzuführen.

Gerade deshalb wird der Umgang mit Kontroversen innerhalb und rund um die Partei genau beobachtet.

Die Partei muss nun einerseits ihren Wahlerfolg organisieren und andererseits mögliche Koalitionspartner davon überzeugen, dass sie regierungsfähig ist.

Der Remmo-Vorfall ist dabei nur ein Teil einer größeren politischen Diskussion. Er berührt jedoch Themen, die in Berlin besonders sensibel sind: organisierte Kriminalität, Antisemitismus, politische Abgrenzung und die Frage, welche Gruppen Zugang zu politischen Veranstaltungen erhalten.

Was jetzt geklärt werden muss

Für eine sachliche Bewertung sind mehrere Fragen entscheidend.

Wie gelangte Remmo genau auf die Veranstaltung? Wann wurde seine Identität erkannt? Wer informierte die Organisatoren? Wie lange blieb er dort? Und wurde er tatsächlich von Verantwortlichen der Veranstaltung hinausgebeten?

Nach Angaben der Linken wurde Remmo nicht eingeladen und später aus der Veranstaltung verwiesen. Diese Darstellung wird von mehreren Berichten gestützt.

Damit liegt derzeit kein Beleg für eine offizielle politische Verbindung zwischen Remmo und der Berliner Linken vor.

Gleichzeitig ist nachvollziehbar, warum CDU und Grüne eine genaue Aufklärung verlangen. Eine öffentliche Wahlparty ist zwar grundsätzlich für Besucher zugänglich, doch politische Parteien müssen sich nach solchen Vorfällen mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Veranstaltungen organisieren und auf problematische Gäste reagieren.

Eine Kontroverse nach einem historischen Wahlsieg

Der Abend, der für die Berliner Linke eigentlich ausschließlich ein Wahlerfolg sein sollte, wurde damit von einer unerwarteten Kontroverse überschattet.

Issa Remmo erschien auf einer öffentlichen Wahlparty, äußerte sich positiv über die Linke und verteidigte sie gegen Antisemitismusvorwürfe. Die Partei selbst erklärte jedoch, er sei nicht eingeladen gewesen und es gebe keinerlei politische oder persönliche Beziehung zu ihm.

Die CDU fordert nun Aufklärung, während die Grünen ebenfalls Antworten verlangen.

Für die weitere politische Entwicklung Berlins wird entscheidend sein, ob die Linke den Vorgang transparent erklären kann und ob sich die bisherige Darstellung – ein nicht eingeladener Besucher einer öffentlichen Veranstaltung – durch weitere Informationen bestätigt.

Der Fall zeigt zugleich, wie schnell ein einzelner Auftritt bei einer politischen Veranstaltung zu einer landesweiten Debatte werden kann. Gerade in einer Phase, in der Berlin nach einer richtungsweisenden Wahl über eine neue Regierung verhandelt, dürfte deshalb jeder Hinweis auf mögliche politische Nähe zu umstrittenen Personen besonders genau geprüft werden.

Für den Moment bleibt festzuhalten: Remmo war bei der Wahlparty der Neuköllner Linken anwesend. Eine Einladung oder offizielle politische Zusammenarbeit mit ihm weist die Partei ausdrücklich zurück. Die von CDU und Grünen geforderte Aufklärung konzentriert sich daher vor allem auf die konkreten Umstände seines Auftauchens und den Umgang der Veranstalter damit.

Discuss More news

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *